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Себастьян БрантDAS NARRENSCHIFF. 110B VON FAßNACHTNARREN.

Ich weiß noch etliche Faßnachtnarren...
6 мин.
53
немецкий
Ich weiß noch etliche Faßnachtnarren,
Die in der Thorenkapp' beharren.
Wenn man die heilige Zeit fängt an,
So stören sie noch Jedermann:
Ein Theil macht schwarz sich das Gesicht,
Vermummt am ganzen Leib sich dicht
Und läuft einher nach Butzen-Weise.
Ihr Anschlag steht auf dünnem Eise.
Mancher will, daß man ihn nicht kennt,
Der sich zuletzt doch selber nennt;
Er hat den Kopf sich dicht vermacht
Und will doch, daß man auf ihn acht'
Und spreche: "Schau, mein Herr von Runkel!
Der kommt und führt am Arm 'ne Kunkel;
Das hat gar Großes zu bedeuten,
Daß er kommt zu uns armen Leuten,
So gnädig ist, uns zu besuchen."
Doch will er Schändung nur versuchen
Und Faßnacht legen schon ein Ei,
Singt auch der Guckguck erst im Mai.
Man spendet Kuchen in manchem Haus,
Wo besser wär', man bliebe draus;
Der Gründe gäb's dafür soviel,
Daß lieber ich ganz schweigen will.
Allein die Narrheit hat erdacht,
Daß man zur Faßnacht Freud' sich macht;
Wann man der Seelen Heil sollt' pflegen,
Da geben Narren erst den Segen
Und suchen dann ihr Fest herfür:
Fast-Nacht ist es vor ihrer Thür.
Der Narren Kirchweih ist bekannt,
Jawol, Fast-Nacht wird sie genannt!
Man läuft mit Lärmen auf den Gassen
Im Schmutz, als sollt' man Immen fassen,
Und wer dann ist unsinnig ganz,
Der meint, ihm schulde man den Kranz.
Von einem Haus zum andern laufen,
Viel Völlerei ohn' Geld sich kaufen,
Das Ding währt oft bis Mitternacht:
Der Teufel hat solch Spiel erdacht!
Anstatt zu suchen Seelenheil
Verübt man Tanz am Narrenseil.
Mancher vergißt sich so im Fressen,
Als sollt' er in einem Jahre nichts essen
Und sein Verlangen ist nicht gestillt,
Wenn bis zur Meßzeit er sich füllt,
Verbotne Speis' schafft ihm Behagen,
Man ißt sie, bis man sieht es tagen.
Ich kann in Wahrheit das wol sagen,
Daß weder Juden, Heiden, Tataren
Im Glauben schändlich so verfahren
Als wir, die wir uns Christen nennen
Und wenig zu gutem Werk entbrennen,
Denn eh die Andacht man beginnt,
Drei-, vierfach man auf Faßnacht sinnt
Und wird erst sinnlos ganz und gar,
Das währt dann durch das ganze Jahr.
Man bricht der Fasten ab das Haupt,
Damit man sie der Kraft beraubt.
Nur wen'ge sich der Asche nahen,
Um sie mit Andacht zu empfahen;
Sie fürchten, Asche werde schmerzen;
Sie wollen lieber ihr Antlitz schwärzen
Und sich berußen wie eine Kohl':
Des Teufels Zeichen paßt ihnen wohl,
Das Zeichen Gottes sie verschmähn,
Mit Christo wollen sie nicht erstehn.
Die Frauen bleiben zu Haus nicht sitzen,
Damit man sie kann besser bespritzen;
Die Kirchen selbst sind nicht zu hehr,
Man läuft darin die Kreuz und Quer,
Auch dort die Frauen zu beschmieren,
Man hält das für ein groß Hofieren.
Den Esel wüste Rotten tragen,
Mit ihm die ganze Stadt durchjagen.
Drauf lädt man ein zu Tanz und Stechen,
Da muß man dann die Speere brechen
Und Narren recht zusammenbringen.
Es drängen sich zu solchen Dingen
Handwerker, Bauern auch heran,
Wenn Mancher auch nicht reiten kann;
Es wird gestochen unverhofft,
Daß Häls' und Rücken brechen oft.
Und das soll höflich Scherzen sein!
Darnach füllt man sich an mit Wein;
Von Fasten weiß man nicht zu sagen.
Solch Wesen währt bei vierzehn Tagen,
Die Fasten ganz an manchen Enden,
Die Charwoch' kann es kaum abwenden.
So kommt zur Beichte man gewallt,
Wann hölzerner Tafeln Klang erschallt
Und fängt dann seine Reue an.
Man möchte morgens wieder dran,
Dem Narrenseil mehr hängen nach;
Nach Emmaus ist uns allen jach.
Die geweihten Fladen uns nicht schmecken,
Man mag das Haupt nicht länger decken,
Es könnte leicht ein Wind entstehn,
Den Frauen ab die Tücher wehn,
Die hingen an den nächsten Hecken.
Die Frauen sich nicht gern bedecken,
Sie reizen damit Mann und Knaben;
Die Narrenkapp' sie lieber haben,
Daß man die Ohren daraus strecke,
Als daß man sich mit Tüchern decke.
So kann ich hiermit wol beschließen,
Wiewol es ein'ge mag verdrießen,
Daß, wo man sucht Faßnacht allein,
Will keine rechte Andacht sein.
Doch wie wir uns zu Gott verhalten,
Läßt er uns bis zum Tod oft schalten.
Der Narren Kapp' bringt Noth und Pein
Und kann doch nicht in Ruhe sein,
Sie wird selbst in den Fasten jetzt
Und in der Charwoch' aufgesetzt.
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Brant, Sebastian: Das Narrenschiff. Leipzig [1877], S. 225-229.

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