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HOMUNCULUS. 7. GESANG: DIE AFFENSCHULEРоберт Гамерлинг

Nach so trauriger Erfahrung...
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немецкий
Nach so trauriger Erfahrung
Sah nun wohl der edle Munkel,
Daß nicht viel mehr anzufangen
Mit der gegenwärt'gen Menschheit,
Daß sie welk und abgestanden
Und verderbt bis in die Knochen.
Kam daher auf den Gedanken,
Sich für seinen Zweck ein and'res,
Taugliches Geschlecht von frischen,
Unverdorb'nen Lebewesen
Allgemach heranzubilden.
Erst verfiel er auf die Wilden,
Auf die Kaffern, Hottentotten,
Auf die Indianerstämme.
Doch es bracht' ein ihm sehr werther,
Höchst intelligenter Affe,
Den er hielt in seinem Hause,
Ihn auf die Idee, es lieber
Zu versuchen mit den Affen,
Die ja ein gewisses Anseh'n
Schon genossen auch in seinem
Musterstaat als Stammesväter
Unsres sterblichen Geschlechtes.
Zu vernünftigen Geschöpfen
Würden sie sich bald entwickeln,
Dacht' er, wenn man ihnen gäbe,
Was bisher sie schwer entbehrten:
Sprache, Wissenschaft, Erziehung!
War die Menschwerdung des Affen
Denn ein Traum? War dargethan sie
Nicht geschichtlich als gelungen
In dem Lauf der Jahrmillionen
Auf dem Wege der Entwicklung?
Jetzt auf kürzer'm, rascher'm Wege
Den Prozeß zu wiederholen,
Zu vermenschlichen den Rest auch
Dieser altehrwürd'gen Rasse –
Munkels genialer Plan war's.
Stracks in einem affenreichen
Lande ging er d'ran, zu gründen
Eine große Affenschule,
Neben welcher Filialen
Zahlreich blühten. Auch in and're
Affenländer ausgesendet
Wurden Affen-Missionäre,
Affenfänger, Affenjäger,
Affentreiber, zuzuführen
Munkels hoher Affenschule
Vielversprechende Talente.
Edle Frauen strickten Socken,
Nähten Jacken für das neue,
Sprossende Geschlecht der Brüder.
Zu des löblichen Kulturzwecks
Förd'rung wurde rasch gegründet
Eine Aktiengesellschaft,
Und wie vordem zur Bekehrung
Schnöden Heidenvolks man auszog
Mit der Bibel, mit dem Schwerte,
Jetzt mit Fibel und mit Bakel
Zog man aus, bekehrungseifrig,
Um die Affen zu gewinnen
Für das Himmelreich der Bildung.
Und gelehrig war der Affe,
Lernte sprechen, lernte lesen,
Schreiben, singen, musiziren,
Lernte turnen, lernte tanzen.
Hei, wie drängten gaffend, lauschend,
Zu den Affenschulpalästen
Sich die Leute, zuzuhören
Vor den Fenstern, wie da drinnen
Sich die muntern Affenjungen
Mit Gezeter und mit Lärmen
In den vierundzwanzig Lauten
Uns'res Alphabetes übten! –
In der Kunst, der wunderbaren,
Welche endlich doch erfunden
Unser leuchtendes Jahrhundert:
Auszusprechen, was so viele
Tausend Jahr' als unaussprechbar
Galt: den Mitlaut ohne Selbstlaut –
In dem Hauchen, Pfauchen, Prusten,
Zischen, Schnalzen der Lautirkunst
Zeigten sich die Affenkinder
Menschenkindern überlegen.
Ueber Unruh' nur beklagten
Sich der Affenschule Meister,
Denn es rissen diese edlen
Sprößlinge von den gewissen
Angewöhnungen der Rasse
Schwer sich los: von der, zum Beispiel,
Ueberall emporzuklettern.
Auch vergaßen sie zuweilen
Sich so weit, in langen Stunden
Ernsten Unterrichts einander
Abzufangen Ungeziefer,
Machten auch wohl gar in tollem
Schwarm sich über den Erzieher
Her, um ihm den Kopf zu lausen. –
Als gebildet nun die Affen,
Machten Konkurrenz den Menschen
Sie auf jeglichem Gebiete.
Zu den schönen Künsten waren
Trefflich sie durch angebornes
Nachahmungstalent befähigt.
Ohne Gleichen – selbstverständlich –
Waren sie als Bühnenkünstler,
Unternahmen Gastspielreisen
Mit dem glänzendsten Erfolge.
Posse, Lustspiel, Operette,
Parodie – war ihr Gebiet.
Kabinets- und Meisterstücke
Drastischer und feinster Komik,
Wie man nie sie schaute, waren
Die Gesichter, die sie schnitten.
Weitberühmte Liedertafeln
Hatten sie – Brüllaffen waren
Die Solisten, und sie schlugen
Hie und da bei Preiswettsingen
Menschliche Gesangvereine.
Paviane, faunisch grinsend,
Bildeten sich aus zu Stutzern,
Eleganten Pflastertretern,
Gaben auch auf Bällen flotte
Tänzer ab, und das galante
Wesen, das sie kecklich zeigten
Bei den Frauen, war zum Theile
Sehr nach dem Geschmack der Letztern.
Was die Affenfrauen anlangt,
Thaten sie den Menschenfrauen
Bald es gleich und bald zuvor auch
In der Kunst des Kokettirens.
Immer modisch sich zu kleiden,
Wer verstünde Solches besser
Als ein Affe? Sie verstanden
Sich mit Zierrat zu behängen,
Und mit Quasten, Bändern, Schleifen
Selber der partie honteuse
Ihrer Leiblichkeit, den Schwänzen,
Reizend-holden Schmuck zu leihen.
Selbstverständlich gab es Affen,
Welche literarisch thätig,
Affen, welche Bücher schrieben,
Rezensirten, redigirten.
Selbst an hohen Schulen lehrten
Sie, und Einer, Namens Krallfratz,
Bracht' es vom Privatdozenten
Zum Rector magnificus.
Immer tiefer sank der Mensch,
Immer höher stieg der Affe,
Hohe Stellen leicht erklimmend
Mit der Flinkheit seiner Rasse.
Und er hatte auch im Wedeln,
Wo am Platze war das Wedeln,
Viel voraus als Langgeschwänzter.
So weit kam's zuletzt, daß mancher
Mensch, um Carrière zu machen,
Sich für einen Affen ausgab,
Ein sich schlich in Aemter, Würden,
Bis zuletzt heraus sich stellte,
Daß er von Geburt ein Mensch:
Wurde dann aus seiner Stellung
Meist gejagt mit Schimpf und Schande.
War's ein Wunder, daß den Menschen,
Welche noch auf sich was hielten,
Endlich überlief die Galle
Bei des Affenhochmuths Treiben?
Auch nicht zu verwundern war es,
Daß aus Neid die andern Thiere
In dem Wettstreit zwischen Menschen
Und dem Affenthum Partei
Für die Ersteren ergriffen.
Namentlich verhaßt den Hunden
Waren diese Parvenus,
Und den Katzen, edlen Thieren,
Ausgezeichnet stets durch Treue
Und durch echt erprobte Freundschaft
Für den Menschen. Wo sie konnten,
Schnappten Köter nach den Waden,
Wollte sagen nach den Beinen
Edler Affen, und geputzten
Stolzen Affenfrauen wurde,
Wenn in Modetracht sie prunkten,
Auf dem Marktplatz, in den Gassen,
Von den Krallen böser Katzen
Arg zerfetzt die seid'ne Schleppe,
Ja, wenn sie's nicht wollten leiden,
Ueberdies zerkratzt das Antlitz.
Doch was half's? Die Affen dünkten,
Angelangt auf solcher Höhe,
Sich erhaben über Menschen.
Nicht zufrieden, daß mit diesen
Gleiches Recht sie nun genossen,
Strebten heimlich erst, dann offen
Sie den Vorrang anzumaßen
Ihrem eigenen Geschlechte.
Fragten, was der Mensch vor ihnen
Denn voraus zu haben glaube?
Etwa seine Hinterbacken?
Diese gönnten sie ihm gerne! –
In des Dünkels schnödem Ehrgeiz
Protestirten sie sehr lebhaft
Gegen den bekannten Lehrsatz,
Daß der Mensch vom Affen stamme.
Anfangs schienen sie geneigt noch,
Diesen Lehrsatz umzukehren.
Doch da kam ein Stammesbruder
Fern aus Indien, aus Benares,
Wo sich göttergleich verehrte
Affenschaaren lärmend tummeln
In den Tempeln, um die Säulen,
Und mit Stolz heruntergrinsen
Auf die Frommen, die vor ihnen
Betend liegen auf den Knieen.
Einer dieser heil'gen Affen,
Der auf Reisen war gegangen,
Wünschte von der Stammesbrüder
Neuem Fortschrittsreich, von welchem
Bis nach Indien gedrungen
War der Ruf, genaue Kunde
Einzuzieh'n an Ort und Stelle.
Und empfangen ward mit hohen
Ehren dieser edle Fremdling,
Ward gefeiert mit Banketten,
Wo man sich erging in Reden,
Zahllos Toaste widerhallten.
Ein gelehrter Orangutang
Trat hervor mit einer Festschrift
Zu des hohen Gastes Ehren,
Und nachwies in dieser Schrift er,
Daß längst göttliche Verehrung
Vom Geschlecht der Menschenkinder
Dem Sylvanenvolk gebührte,
Auch gezollt ihm ward im grauen
Alterthum von den Aegyptern,
Arabern und Afrikanern.
Aus den ind'schen Heldenliedern,
Uraltheil'gen, wies er nach,
Was von Hanuman sie melden,
Der mit seinen Affenschaaren,
Hohen Sinnes voll, zu Hilfe
Zog dem Sonnenhelden Rama,
Und der jetzt in Indertempeln
Glorreich thronet neben Wishnu.
Er erwähnte, wie vor Zeiten
Malabar'n und Ceylonesen
Zahlten siebenhunderttausend
Stück Dukaten für den einen
Heil'gen Zahn aus Affenmunde,
Den in Andacht sie verehrten,
Und der glaubenslosen Fremden
War gesallen in die Hände.
Er bewies nicht minder gründlich,
Daß selbst von den Griechen, Römern
Waren hochverehrt die Affen,
Hochverehrt als Waldgottheiten,
Als Sylvane, Faune, Satyrn,
Und daß Pan, der große Pan,
Nicht der Waldgottheiten größter
Bloß, nein, aller Götter größter,
Was sein Name schon bedeutet.
Facta solcher Art citirte
Noch zu Hunderten der Autor,
Und fuhr fort dann, zu beweisen,
Daß anjetzo mehr als je
Dem Sylvanenvolk gebühre
Hohe göttliche Verehrung.
Und da es, wie klar ersichtlich,
Von den alten Göttern stamme,
Selber göttlich, sei es kecke,
Wind'ge Prahlerei der Menschen,
Wenn sie ihrerseits sich gleicher
Herkunft rühmten mit den Affen.
Stammten wirklich sie von diesen,
Wie sie jetzt so gerne sagten,
Könnten sie nur als entfernte
Und entartete, verkomm'ne
Sprossen gelten dieses edlen,
Dieses göttlichen Geschlechtes.
Ungeheuer war, Epoche
Machend, dieses Buches Wirkung
Und erregte eine Hochflut
Nationalen Selbstbewußtseins,
Patriotischer Begeist'rung
Im gesammten Volk der Affen.
Nannten fortan sich Sylvane,
Satyrn, Faune, Waldesgötter.
Für die Lande, wo sie herrschten,
Ward erneut der alte Name
Jenes alten, fabelhaften
Affenreichs "Lemuria".
Unsern Ausdruck "bestialisch",
Den verbaten sich die Affen,
Nannten das, was wir so nennen,
Fortan "menschlich" und "human".
Lange Zeit sah mit geheimem
Stolze Munkel auf die großen,
Auf die glänzenden Erfolge
Der von ihm in's Werk gesetzten
Bildung, von ihm angebahnten
Gleichberechtigung des äff'schen
Mit dem menschlichen Geschlechte.
Aber unter den Gelehrten
Menschlichen Geschlechts, die schnöd' sich
Sah'n verdrängt aus ihrer Stellung
Durch des Faunenvolkes Aufschwung,
War ein Mann auch, den wir kennen,
Dessen Hochverdienst wir schätzen.
Kein Gering'rer war's, als jener
Hohe Meister der Retorte,
Munkels chemischer Erzeuger!
Ja, verdrängt von seinem Lehrstuhl
War der Stoff- und Kraftgebieter,
War der Magier, Wunderthäter,
Und ersetzt durch einen eitlen
Affengecken – Doktor Krallfratz
War sein Name –, welcher auch schon,
Wie verlautete, als thät' er
Es zum Hohne seinem Vorfahr,
Sich vermaß, auf chem'schen Wege,
Elemente bindend, lösend,
Einen Affen zu erzeugen,
Einen Simiunkel! – Grimmig
War der Haß, den der Verdrängte
Warf auf seinen Nebenbuhler;
Grimm'ger, den er warf auf Munkel,
Den er selbst erzeugt, und der nun
Den Erzeuger in's Verderben
Stürzte mit so vielen Andern
Durch des Affenthums Entfess'lung.
In Gedanken saß versunken
Eines Tages Munkel. Plötzlich
Vor ihm stand der greise Meister,
Stand der Kraft- und Stoffgebieter,
Stand vor ihm mit vorwurfsvollem,
Zornerglühtem Blick, vor welchem
Munkel niederschlug die Augen.
Und mit lautem, hartem Vorwurf
Anhub jetzt der würd'ge Alte:
"Hab' ein Wort mit dir zu reden,
Freund und Gönner du der Affen,
Ha! von welchen wahrlich du nicht
Stammst, Gebilde meiner Hände!
Ja, Gebilde meiner Hände!
Wen'ger als mein Sklave bist du!
Bist mein Machwerk – folglich bist du
Auch mein Eigen – meine Sache!
Kann verschenken dich, verschachern,
Kann in Käfig oder Bude
Zeigen dich für Geld auf Märkten,
Oder in den Schrank dich werfen,
Zu den andern Präparaten;
Kann in Spiritus dich setzen,
Stellen dich wie ein Skelett
In den Winkel meiner Stube!
Dich vernichten kann ich straflos,
Wenn es mir beliebt, so wie ich
Dich erschuf! Nicht ein natürlich
Menschenkind wie Andre bist du,
Und deshalb auch unter'm Schutz nicht
Menschlicher Gesetze stehst du.
In den Tiegel, wenn's beliebt mir,
Werf' ich dich zum dritten Male,
Peitsche dich durch hundert todter
Stoffe Bindung, Lösung: gebe
Dich zurück dem Born der Stoffwelt
Noch einmal, und rastlos treiben
In dem Wirbel der Atome
Magst du maniges Jahrtausend,
Bis der Zufall dich zusammen
Wieder fegt zum Lebewesen!
Her zu mir! folgst du nicht willig,
Thu' ich kund, was, zu gefällig,
Ich bisher verschwieg, und ford're
Dich zurück von den Gerichten
Als mein Eigen, meine Sache!" –
Im Gesichte Munkels kämpften
Bei dem "Her zu mir!" des Greises
Alle Farben: ein Erröthen,
Ein Ergilben, ein Ergrünen
War's, bis all' die farb'gen Schatten
Optisch-regelrecht verschmolzen
In ein kreideweiß Erblassen.
Doch zuletzt sich neu ermannend,
Nach gedankenvoller Pause
Muthiger das Haupt erhebend
Und mit scharfem Blicke messend
Seinen grollenden Erzeuger,
Sprach er dumpf, gemess'nen Tones:
"Hast du Kunde nicht vernommen
Von Mohammed, dem Profeten,
Weshalb er in Thon, in Farben
Nachzubilden Menschenwesen
Streng verboten seinem Volke?
Weil die Statuen, die Bilder,
Lehrt' er, von dem Mann, der frevelnd
Nachgeäfft die schöpferische
Gottesurkraft, Menschen formend,
Vampyrgleich, gespenstig, plötzlich
Vor ihn treten, eine Seele
Von ihm heischend – eine Seele,
Und da er, der Stümper, ihnen
Diese nicht vermag zu geben,
In geheimnißvoller Art sich
An ihm rächen, Unheil bringend,
Und ihn ins Verderben stürzend! –
So verachte denn auch du nicht
Dein Geschöpf, o weiser Meister!
Denn es könnte, sich ermannend,
Ueber's Haupt dir wachsend, heischen,
Was du nicht vermagst zu geben.
Könnte Rache an dir nehmen,
Statt gehofften Dank zu zollen,
Könnte dir auch Unheil bringen!
Besser mag's darob uns ziemen,
Daß wir uns die Hände reichen,
Besser, daß wir Frieden schließen
Und den alten Bund erneuern!" –
Nicht ganz wirkungslos verhallten
In des greisen Hörers Ohren
Des Homunkels dumpfe Worte.
Schweigend schlug er ein, als Munkel,
So die Friedenshand ihm reichend,
Bat, das Schweigen zu bewahren,
Das mit blanken Rollen Goldes
Vorlängst er von ihm erkaufte.
War bekannt auch, daß geschaffen
Der gelehrte Tausendkünstler
Einen lebenden Homunkel,
Niemand wußte, niemand ahnte,
Wer er sei und wo er weile,
Dieser lebende Homunkel.
Zu bewahren dieses Schweigen
Fernerhin so wie bisher auch,
Bat nun Munkel den Erzeuger,
Und dafür mit feierlichem
Schwur gelobt' er, kühn entgegen
Fortan sich mit allen Kräften
Aeff'schem Uebermuth zu stellen.
Bald nachher bei einem großen
Satyrfestmahl wurden Reden,
Unverschämt und feind den Menschen,
Wie sie üblich nun, gehalten.
Mit geheucheltem Bedauern
Aeußerte sich ein Gorilla,
Daß der Niedergang des Menschen
Unleugbar – und auch nicht minder
Unaufhaltsam: sei in manchen
Gegenden er doch verdummt schon
Völlig und verthiert und friste
Nur als Hausthier noch sein Leben
In bemittelten Familien
Edler Faune. Als Beweis dann
Unverdienten, selbstlos-milden
Sinns von Seiten der Sylvane
Gegen dieses undankbare
Menschliche Geschlecht erwähnt' er,
Daß gebildet in den höher'n
Faunenkreisen jüngst ein großer
"Philanthropischer Verein" sich,
In Betracht zu zieh'n, mit welchen
Mitteln wieder aufzuhelfen
Dem gesunkenen Geschlechte,
Und es wieder zuzuführen
Einer höhern Bildungsstufe.
Von den Meisten ward verfochten,
Schuld an dem Verfall der Menschheit
Sei die Fleischkost. Denn die Affen,
Seit so mächtig sie geworden,
Meinten, weil sie selbst, als Affen,
An die Pflanzenkost sich hielten,
Sollten auch die andern Thiere,
Menschen, Löwen, Adler, Fische,
Lurche, Würmer und Insekten
Sich's versagen, Fleisch zu essen.
Kurzweg ward gestellt der Antrag,
Daß man alle Thiergeschlechter,
Und zumal den Menschen, zwinge,
Auch in diesem Punkt dem edler'n
Brauch, dem reineren Gesetz sich
Des Sylvanenthums zu fügen.
Diesen höhnisch dreisten Neu'rern
Trat entgegen Munkel; schüchtern
Wagt' er es, in wohlgesetzter,
Läng'rer Rede zu betonen
Unmaßgeblich Dies und Jenes,
Und die Freunde, die so Vieles,
Die schier Alles ihm verdankten,
Zur Bescheidenheit zu mahnen.
Ob des wohlgemeinten Zuspruchs
Zürnten ihm die Uebermüth'gen;
Und die ihn zuvor gepriesen
Als des Satyrvolks Prometheus,
Schalten jetzt ihn Ignoranten,
Tropf und Schwachkopf. Was er wolle?
Sei er doch am Ende selber
Nur ein Mensch – noch lang' kein Affe!
Mehr noch. Man begann zu munkeln
Allgemach schon, daß der große,
Stolze Munkel – ein Homunkel;
Daß ihn nicht der "Storch" gebracht,
Daß er – wie so mancher And're –
Nicht der Sohn sei seines Vaters.
And're endlich sprachen gar ihm
Die organische Natur ab
Und erklärten ihn für einen
Ganz gemeinen Automaten.
Diese Letzter'n, von frivoler
Neugier aufgestachelt, machten
Frech und boshaft einen Anschlag,
Ihn in Stücke zu zerlegen:
Wollten so gemach sein inn'res
Trieb- und Räderwerk studiren
Und es dann als alt Gerümpel
Werfen auf den Kehrichthaufen –
Während Jene, die ihn gelten
Ließen doch als Organismus,
Als gelungenen Homunkel,
Sich damit begnügen wollten,
Auf der anatom'schen hohen
Schule ihn vivisektorisch
Zu behandeln, dann als Mumie
Seinen Leichnam zu verwahren
In dem städtischen Museum,
Für die Nachwelt zur Belehrung.
Solcher Undank ist der Welt Lohn!
Mit genauer Noth entzog sich
Diesen tück'schen Plänen Munkel
Durch die Flucht.
Auch von den Menschen
Sah er jetzt sich angefeindet
Mit Erbitt'rung. Sein Bemühen,
Einst als genial gepriesen,
Dess' Gelingen ihn zum Heros
Aller Zeiten schien zu machen:
Zu vermenschlichen den Affen –
Dieses selbe kühne Wagniß
Ward geschmäht nun als mißlungen
Vom erboßten Menschenvolke;
Als mißlungen, ja, so schmählich,
Wie es stets mißlingen müsse,
Wenn der Meister ein Homunkel.
Zwar gebildet, hieß es, seien
Nun die Affen, doch sie seien
Immer Affen doch geblieben:
Und dies gelte sowohl physisch
Als moralisch: denn sie hätten
Kein Gemüth, und was ihr Aeuß'res
Anbelangt, trotz aller Bildung
Sei ihr fratzenhaftes Antlitz
Schöner um kein Haar geworden.
Boshaft, tückisch sei der Affe,
Wie er es nur je gewesen;
Ja, die thier'schen Eigenarten
Seiner Rasse fielen jetzo
Mehr in's Aug' als je, bewährend
Jenes altbekannte Sprüchlein,
Daß, je höher steigt der Affe,
Um so besser man gewahr wird
Seine schwielenreiche, nackte,
Widerwärt'ge Hinterseite.
Weise und erfahrne Männer
Sagten, still die Köpfe schüttelnd,
Affenthum, summirt mit Bildung
Und mit Wissen, gebe lange
Noch kein echtes Menschenthum.
Auf dergleichen neid-entspross'ne,
Ehrenrührige Sarkasmen,
Hatten Hanumans, des großen
Affen, Enkel keine Antwort,
Als ein würdevolles Grinsen.
Ach, der arme Munkel hatte
Mit dem großen Ungemache,
Das so schlecht den Kampf ihm lohnte
Für der Thierwelt höher'n Aufschwung,
Noch das klein're zu verwinden,
Das ihn traf im engsten Kreise.
Auch bei Eldo, Dora blühten
Keine Rosen dem Erzieher.
Mit des Wissens feinstem Manna
Wurden sie genährt – gefegt ward
Aller Wahn aus ihren Seelen,
Alle Phantasie'n, Gefühle,
Schwärmerei'n der Kindheit wurden.
Ausgetilgt schon in der Wiege
Bei den zarten Menschenknospen:
Doch vergebens; denn die Art,
Die Natur, die angestammte,
Dieses Knaben, dieses Mägdleins,
Widerstrebte dem Bemühen,
Und es war das Endergebniß
Nicht im Sinn und Geiste Munkels.
Voll Natürlichkeit und Einfalt
Blieben beide, naiv-unschuldig,
Blieben schüchtern stets und blöde,
Waren frühreif nicht, noch altklug;
Thaufrisch blühte Dora, niemals
Litt an Bleichsucht, Hysterie sie;
Unverschämt gesund war Eldo.
Und sie liebten sich so zärtlich!
Liebten sich, wie Kinder lieben!
Munkel zürnte – trug's nicht länger,
Stieß das unverbesserliche,
Blöde Paar aus seinem Hause.
Ackerbauern übergeben
Wurden sie in fremder Gegend –
Ach, getrennt, zu ihrem Leide! –
Fortan selbst auch hinter'm Pfluge,
Hinter einer Lämmerherde,
Hinter Webstuhl oder Spindel
Ihren Unterhalt zu suchen.
Aber auch das Volk der Faune
War nicht glücklich stets in weitaus-
Sehenden Erziehungsplänen.
Sie bedünken wollt' es schließlich,
Als ob eins nur ihnen fehle
Noch, den stolzen Sieg zu krönen
Ueber alle Erdenkinder:
Flügel wünschten sie zu haben!
Flügel, um sich aufzuschwingen
Kühn, wie sonnentrunk'ne Adler,
Ueber dieses an die Scholle
Festgebannte, auf zwei Beinen
Torkelnde Geschlecht der Menschen.
Da kam Munkel's genialem
Nebenbuhler, jenem Krallfratz,
Der Gedanke, seiner würdig:
Eine höhere, beschwingte
Faunenspezies zu züchten.
Und indem er einen Eh'bund
Zwischen einem Orangutang
Schloß und einem Drachenweibchen,
Ward erzielt aus solcher Ehe
In der That ein Flügeläffchen,
Welches vorderhand, als Säugling,
Drollig und possierlich aussah.
Füße, Hände wie sein Vater
Hatt' es, Flügel wie die Mutter,
War verseh'n mit einem schönen,
Langen, schupp'gen Drachenschwänzchen!
Welch' ein Jubel in Lemurien!
Die gediegensten Erzieher,
Die gelehrtesten, die klügsten
Lehrer wurden aufgeboten,
Den geflügelten Sylvanen,
Seines Volkes Stolz und Hoffnung,
Zu der Bildung Meisterstück,
Der Gesittung höchstem Wunder
Zweifellos heranzubilden.
Aber ach, der Satyrsprößling,
Der aus eines Flügeldrachens
Mutterschoß an's Licht geborne,
Er erwies sich, trotz der Schwingen,
Alsbald als ein seltsam-tolles,
Unzähmbares Lebewesen,
Und das droll'ge Flügeläffchen
Wuchs heran zum ungeschlachten
Ungethüm, in dem verschwistert
Unheilvoll dem Faunenwesen
Schien die tückische, die wilde,
Feurige Natur des Drachen.
Seine Lehrer und Erzieher
Biß er wüthend in die Kehlen,
Oder peitschte ihre Schläfe
Mit dem schupp'gen Drachenschwanze.
Jeder Züchtigung entzog er
Leicht sich auf den starken Schwingen.
Und nicht minder blöd' als boshaft
War er – ein Kretin der Thierwelt!
Gut gelaunt, als Affe, schlug er
Purzelbäume, äffte täppisch
Nach, was thun er sah die Andern;
Doch im Zorn, als Drache, spie er
Flammen – glühend heiße Tropfen
Seines gift'gen Geifers stoben
Um den Rachen ihm wie Funken
Um den Amboß ...
Seltsam war es
Anzuseh'n, schier grausig-drollig,
Wenn vom Boden das beschwingte
Affenungeheuer plötzlich
Sich erhob und mit dem langen
Drachenhängeschwanz umherflog,
Dann auf einem hohen Wipfel
Oder eines Thurmes Spitze
Taglang saß, die Zähne fletschend.
Keine Bosheit war ihm fremd,
Keine Unnatur und Unzucht.
Bitt'res Herzeleid empfanden
Drob die Faune. Dr. Krallfratz
Schämte sich in tiefster Seele,
Flocht sich eine hänf'ne Geißel,
Den Mißrathenen zu bessern.
Dieser aber faßte grinsend
Den Gelehrten, riß mit sich ihn
In die Lüfte, ließ ihn fallen –
Und im nächsten Augenblicke
Fand man unter einem Felsgrat
Mit zerschelltem Haupt und Gliedern
Diesen Darwin, diesen Haeckel,
Diesen Büchner – doch was sag' ich?
Diesen Faust des Affenvolkes!
Hell aufloderte die Zornwuth
Gegen jenen unglücksel'gen
Mischling, das beschwingte Scheusal,
Das entsproßt aus Affensamen
War und Drachenblut. Die Hoffnung
Vordem und der Stolz Lemuriens,
Als ein Auswürfling betrachtet
Ward er nun; man wollt' ihn tödten,
Warf mit Steinen ihn, mit Prügeln,
Wenn er wiederkam zur Erde,
Und verfolgte selbst ins Luftreich
Ihn mit Pfeilen, Flintenkugeln.
Doch der Mischling, er verlief sich,
Er verflog sich in die tiefste
Bergwaldwildniß, die kein Mensch,
Die kein Waldgott noch betreten;
Hauste da bei alten Drachen,
Seinen Tanten, im Geklüfte.
Edleren Ersatz zu bieten
Schien dem Faunenreich das Schicksal.
Ein'ge Blößen anfangs hatte
Unter seinen fortgeschritt'nen
Bildungsreichen Stammgenossen
Sich gegeben der verehrte
Heil'ge Affe aus Benares.
Aber bald, zum Staunen Aller,
Uebertraf er, flugs nachholend,
Was ihm erst gebrach an Bildung
Und an hoher Weisheit Alle.
War doch Indien seine Heimat,
Und man merkte, daß aus heil'gen
Gangesfluten er getrunken,
Daß genährt er mit dem Mark sich
Von den Früchten heil'ger Haine.
Angespornt vom Heldenthume
Seiner Ahnen, das zu würd'gen
Er gelernt nun erst in Wahrheit,
Rief er auf zu großen Thaten
Seine Brüder – einen Kreuzzug
Predigend, um zu befest'gen
Allenthalben seines Stammes
Herrschaft auf den letzten Trümmern
Des verhaßten Menschenthumes.
Nicht zurück mehr wollt' er kehren
Nach des heil'gen Ganges Ufern,
Wo in träger heil'ger Muße
Dumpfen Sinns, obzwar behaglich,
Er genossen Götterehren.
Kämpfen wollt' er nun und wirken!
Den Entschluß mit Jubel grüßten
Seine Brüder; auf den Schild ihn
Hoben sie als Oberfeldherrn
Des gesammten Reichs Lemurien,
Und in stürmischer Bewegung
Reihten sich um ihn die Scharen.
Sie erwählten für ihr Banner
Heines "Affensteißcouleuren" –
Und eröffneten den Feldzug,
Zum Heloten ganz zu machen
Den verachteten Rivalen,
Und sich selbst zu Herr'n der Erde,
Welchen göttliche Verehrung
Wieder wie in alten Zeiten
Würd' erwiesen von den Völkern.
Und des Affen angestammte
Kriegestüchtigkeit im Bunde
Mit dem neu erworb'nen Wissen,
Bald erprobte sie sich glänzend.
Diese Bursche, sie marschirten,
Exerzirten, manövrirten
Wie die Teufel. Doch vor Allem
Affenmäßig flinkes Wesen
War, nicht Hexerei, die Kriegskunst,
Die von Sieg zu Sieg sie führte.
Leicht erkletterten die Mauern
Diese stürmenden Sylvane,
Und zum Kampfgefild erwählten
Sie am liebsten Waldgebiete,
Wo sie in der Bäume Kronen
Wunderschnell zurück sich zogen
Und den Feind mit einem Hagel
Von Geschossen überhäuften.
Ihre Wachen, ihre Späher
Hingen mit den Wickelschwänzen
Auf der Bäume höchsten Aesten,
Auf der Thürme höchsten Zinnen,
Kündeten mit grellem Aufschrei
Jegliche Gefahr von weitem.
Ausgezeichnet durch die technisch-
Mathematische Erziehung
Und durch die ererbte Kunst,
Umzugeh'n mit Wurfgeschossen,
Thaten auch als Artill'risten
Sie in off'ner Feldschlacht Wunder.
Doch das Schönste war der Anblick
Ihrer Reiterregimenter:
Da der Rosse sie entbehrten,
Ritt ein Satyr auf dem andern,
Und ein dritter auf dem zweiten.
Vor den Gardegrenadieren,
Zähnefletschenden Gorillas,
Nahmen Reißaus flugs die Menschen.
Kurz – die Faune triumphirten
In dem Land, wo die Kultur sie
Schlangen gleich genährt am Busen.
"König Langhand hoch der Erste!"
Scholl es nun durch ganz Lemurien,
Und aufs Haupt gedrückt dem Feldherrn,
Dem erprobten Schlachtenlenker,
Ward des Faunenreiches Krone.
Als verrauscht der Krönungsjubel,
Ausgeruht die tapfern Scharen,
Zog ins Feld zu neuen Kämpfen
Mit den Seinen König Langhand.
Und von Land zu Land gefesselt
Blieb der Sieg an seine Fahnen.
Schließlich galt's noch einen weiten
Länderstrich zu unterwerfen,
Der bewohnt von Indianern.
Diese rohen Völkerstämme
Konnten wohl in regelrechter
Kriegesführung sich nicht messen
Mit civilisirten Streitern.
Doch sie kannten die Sylvane,
Schier wie Brüder, aus den Wäldern,
Wo mit ihnen sonst verkehrt sie,
Waren wohlvertraut mit ihren
Sinnesarten und Instinkten,
Seltsamkeiten und Manieren.
Ungebildete Geschöpfe,
Wie sie waren, diese Wilden,
Hatten sie sehr wenig Achtung
Vor der Bildung, vor dem Wissen,
Dünkten sich auf alle Fälle
Noch den Affen überlegen,
Ueberlegen an Verstand
Und an Mutterwitz als Menschen.
Zuversichtlich so ersannen
Eine Kriegslist sie, die leider
Zu des edlen Satyrvolkes
Großem Schaden sich bewährte.
Tag für Tag abfingen schwärmend,
Lauernd, mit verweg'ner List sie
Sämmtliche Proviantvorräthe,
Bis im Faunenlager einriß
Eine Hungersnoth voll Grausens;
Und dann plötzlich überfielen
Stürmend sie das Faunenlager;
Schrecklich war das Schlachtgeheul.
Aber vorbereitet trafen
Sie die Gegner. König Langhand
Hatte mit dem Generalstab
Seiner besten Feldgelehrten
Ausgegrübelt einen Schlachtplan,
Der gebaut war auf strategisch-
Taktisch-technisch-planimetrisch-
Hygrostatisch-hypsometrisch-
Akrobatische Prinzipien.
Während nun die schnell in Ordnung
Aufgestellte Satyrvorhut
Donnernde Kanonensalven
Abgab in die Reih'n der Wilden –
König Langhand selbst entrollte
Das Panier des Faunenreiches –
Schleuderten und rollten Jene
Riesenkörbe, vollgefüllte,
In die Reih'n der Waldgottheiten ...
Starr und ehern stand die Phalanx
Uns'rer neuen Herr'n der Erde –
Nur in den Gesichtern zuckt' es
Mit entsetzlichen Grimassen –
Einen Augenblick so standen
Unbeweglich sie ... doch plötzlich
Lösten sich der Waldgottheiten
Reih'n in greulicher Verwirrung:
Und sie warfen hin die Flinten,
Warfen hin die stolzen Fahnen,
Ließen ab von den Laffetten,
Liefen, wüthend einzubeißen –
Mitten darunter König Langhand –
In den weitumher verstreuten
Inhalt jener Riesenkörbe;
Balgten grinsend, zähnefletschend,
Sich um Mandeln, Datteln, Feigen,
Ananasse, Kokosnüsse.
Aber alle diese Früchte
Waren arg versetzt mit Giften,
Scharfen Säften, Koloquinthen;
Und indeß die Waldesgötter
Heulend sich vor Leibweh krümmten,
Stürzten die verthierten Wilden
Ueber sie sich her mit Stöcken,
Schlugen todt sie unbarmherzig ...
König Langhand einzig wurde
Nicht getödtet, nur gefangen
Und für schnödes Geld verhandelt
An den wandernden Besitzer
Einer großen Thierschaubude.
Dieser ließ vor Menschenpöbel
Künste machen den Gefall'nen.
Was Verstand war, hohe Bildung,
Wurde von der Gaffer blödem
Schwarme für Dressur genommen
Und entweiht durch Beifallsgrinsen.
Tief empfand der Schicksalswendung
Schmach der Held im tiefsten Innern.
Schwermuthsvoll am Schwanze nagend,
Wie gefang'ne Faune pflegen,
Dacht' er oft der Zeit, wo er noch
Nichts war als ein wohlgenährter
Heil'ger Affe zu Benares.
Und noch lieber sich versenkt' er
In Erinn'rungen der früh'sten
Muntern Affenkindheit, wo er
Nichts war als ein Affe schlechtweg.
Doch dann faßt er stolz sich wieder
Und gelobt, ob auch gerathen
In's Verderben durch die Bildung,
Mannhaft doch, da er nun einmal
Sich zu höherm Sein erschwungen
Durch die Bildung, Werth und Würde
Einst'ger Größe zu behaupten,
Und verhängter Schmach entfliehend,
Hochgemuth den Tod zu suchen.
Und von Stund' an keine Speise
Mehr berührt' er, trotzte schweigend
Selbst den Drohungen und Prügeln
Seines mitleidslosen Zwingherrn.
Eines Morgens fand ihn dieser
Regungslos im Käfig sitzend,
Grinsend, mit verglasten Augen,
Aber würdevoll. Gedenkend,
Was mit ihm nun ging zu Grabe,
Hatt' er es verschmäht, auf Vieren
Hingestreckt zu ruh'n im Sterben,
Wie ein and'res Waldgethier.
Und so saß er todt und aufrecht,
Wie der Kaiser Karol sitzt
In der Kaisergruft zu Aachen.
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Homunculus.
Erstdruck: Hamburg (Richter) 1888.
Hamerling, Robert: Homunculus. Modernes Epos in 10 Gesängen, 5. Auflage, Hamburg
1889, S. 169-204.

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